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Folge 2: Lennard im Interview – von 20.000 € Schulden zur finanziellen Freiheit

Podcast-Folge12. Juli 2026

Im großen Interview nimmt uns Lennard mit: sein Weg von 20.000 € Schulden zur finanziellen Freiheit, sein Portfolio aus Dividendenaktien, Immobilien und P2P, seine wichtigsten Learnings und warum ihm Freiheit wichtiger ist als Geld.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Lennard erzielt heute rund 1.800 € netto passives Einkommen im Monat – aus Dividenden, P2P-Zinsen und Immobilien.
  • Sein Portfolio besteht zu gut der Hälfte aus Dividenden-Einzelaktien, dazu P2P-Kredite (Ziel: runter auf ~10 %), Immobilien und kleinere Bausteine.
  • Bei Dividendenaktien zählen für ihn vor allem die Ausschüttungsquote (ca. 30–70 %) und eine lange Dividendenhistorie – nicht die reine Dividendenrendite.
  • Immobilien-Tipp für Anfänger: nicht auf „Off-Market-Deals“ versteifen, viele Wohnungen anschauen und jemanden mit Erfahrung mitnehmen.
  • Das größte Learning: Emotionen beim Investieren kontrollieren, langfristig denken und nur in Dinge investieren, die man wirklich versteht.
  • Seine 20.000 € Konsum- und Studienschulden hat Lennard in gut einem Jahr abbezahlt – der Wendepunkt für seinen Vermögensaufbau.
Inhaltsverzeichnis
  1. Lennard im Schnelldurchlauf
  2. Was finanzielle Freiheit für Lennard bedeutet
  3. Aktiv vs. passiv: die aktuellen Zahlen
  4. So ist Lennards Portfolio aufgeteilt
  5. Immobilien: erste Wohnung mit 20 – und was Anfänger vermeiden sollten
  6. Dividendenaktien: Lennards Kriterien
  7. P2P-Kredite: Chancen und Risiken
  8. Die wichtigsten Learnings: Emotionen und langer Atem
  9. Von 20.000 € Schulden zur Freiheit
  10. Lennards Warum: Zeit und Freiheit
  11. Häufige Fragen

In Folge 2 wird durchgetauscht: Flo interviewt Lennard und geht Schritt für Schritt seine Investmentreise durch – von den Schulden mit 19 über sein heutiges Portfolio bis zu den wichtigsten Learnings. Hier bekommst du das Interview kompakt zum Nachlesen.

Kurz vorweg, wie im Podcast: Das ist keine Anlageberatung, sondern Lennards persönliche Sicht. Investitionen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden – informier dich immer selbst.

Lennard im Schnelldurchlauf

Lennard ist 28, arbeitet in Vollzeit im Bereich YouTube-Marketing und betreut unter anderem Banken und Finanzdienstleister. Zum Investieren kam er mit 19 – ausgerechnet über seine Schulden: Um da wieder herauszukommen, fing er an, Bücher zu lesen, YouTube-Videos zu schauen und sich weiterzubilden. Der erste Schritt an der Börse war, wie bei so vielen, ein ETF-Sparplan.

Was finanzielle Freiheit für Lennard bedeutet

Der Wunsch, irgendwann nicht mehr arbeiten zu müssen, war früh da – zum echten Ziel wurde er mit 19. Über die FIRE-Bewegung (Financial Independence, Retire Early) hat sich Lennard viel abgeschaut und jahrelang extrem gespart, um möglichst viel zu investieren.

Wichtig ist ihm: Finanzielle Freiheit hat Stufen. Für sich allein rechnet er heute mit rund 3.000 € netto im Monat, um alle Basics inklusive privater Krankenversicherung abzudecken – mit Familie eher 10.000 €. Jeder muss für sich definieren, welche Stufe „frei“ für ihn bedeutet.

Aktiv vs. passiv: die aktuellen Zahlen

Transparent wie im Podcast: Aktuell kommen bei Lennard grob 700 € Dividenden, 900 € aus P2P und mehrere hundert Euro aus Immobilien zusammen – in Summe rund 2.500 € brutto bzw. etwa 1.800 € netto passives Einkommen pro Monat. Sein aktives Einkommen aus der Selbstständigkeit ist allerdings deutlich höher, sodass das passive Einkommen im Verhältnis erst rund 10 % ausmacht. Weil er wenig zum Leben braucht, kann er entsprechend viel investieren.

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So ist Lennards Portfolio aufgeteilt

  • Rund 56 % Dividenden-Einzelaktien (keine ETFs) – der größte und passivste Baustein.
  • Rund 21 % P2P-Kredite – langfristig will er den Anteil auf etwa 10 % senken, weil das Risiko höher ist.
  • Immobilien (drei Stück, teils allein, teils mit dem Bruder) als dritter großer passiver Baustein.
  • Dazu kleinere Positionen in Krypto, Barmitteln, Private Markets, Sachwerten und eine betriebliche Altersvorsorge – vor allem zur Diversifikation.

Die drei großen Bausteine machen zusammen fast 80 % des Portfolios aus.

Immobilien: erste Wohnung mit 20 – und was Anfänger vermeiden sollten

Angestoßen durch „Rich Dad Poor Dad“ ist Lennard mit 20 einfach zur Hausbank gegangen und hat gefragt, was finanzierbar wäre – in der Niedrigzinsphase bekam er ohne Eigenkapital eine Zusage über 250.000 €. Seine erste Wohnung hat er frech verhandelt (Angebot bei 50 %, Abschluss bei rund 80 % des Preises) und sie ist bis heute cashflow-positiv.

Seine Tipps für Einsteiger:

  • Nicht auf „Off-Market-Deals“ versteifen. Über etablierte Makler und Banken (Sparkasse, Volksbank, große Büros) zu starten ist sicherer – sie haften für ihre Angaben.
  • Viele Wohnungen anschauen, auch ohne echtes Kaufinteresse, um ein Gespür zu entwickeln.
  • Jemanden mit Erfahrung mitnehmen – handwerklich oder aus dem Immobilienbereich.
  • Auf Cashflow achten: Wer ein „Imperium“ aufbauen will, fährt mit (perspektivisch) cashflow-positiven Objekten besser.

Wichtig: Immobilien sind weniger passiv, als oft dargestellt – Mieterwechsel, Renovierung und Verwaltung kosten Zeit.

Dividendenaktien: Lennards Kriterien

Warum Dividenden? Weil er für sein Einkommen nichts veräußern muss und weil defensive Dividendenzahler auch durch schwache Börsenphasen tragen. „Gegessen wird immer, getrunken wird immer, Müll produzieren wir immer“ – deshalb Werte wie McDonald’s, Coca-Cola oder Waste Management.

Worauf er achtet:

  • Ausschüttungsquote: idealerweise ca. 30–70 % vom Free Cashflow – hoch genug, dass es das Unternehmen ernst meint, aber nicht überzogen.
  • Dividendenhistorie: mindestens 10 Jahre verlässliche Zahlungen, idealerweise Dividendenkönige mit über 50 Jahren Steigerung – ein starker Krisenindikator.
  • Dividendenwachstum und die üblichen Fundamentaldaten (Umsatz, Gewinn, fairer Wert).
  • Die Dividendenrendite allein ist wenig aussagekräftig – nur im Zusammenhang mit der Ausschüttungsquote.

P2P-Kredite: Chancen und Risiken

Lennard ist seit rund fünf Jahren bei Mintos, seiner größten P2P-Plattform. Der Reiz: relativ hohe Rendite (in seinem Portfolio im Schnitt ~11 %), passiver Cashflow und kaum Korrelation zum Aktienmarkt. Gleichzeitig ist er ehrlich bei den Risiken:

  • Währungsrisiko (z. B. bei Hyperinflation schuldet der Kreditnehmer Euro, nicht Kaufkraft),
  • Plattformrisiken (Insolvenz, oft kein Sondervermögen wie bei Aktien),
  • unterschiedliche Regulierung und schwarze Schafe.

Sein Fazit: Aktien und Immobilien sind meist das sicherere Investment. P2P ist ein spannender Diversifikationsbaustein – aber eher etwas für Fortgeschrittene und ab einer gewissen Depotgröße.

Die wichtigsten Learnings: Emotionen und langer Atem

Lennards zwei größte Erkenntnisse aus neun Jahren an der Börse: cool bleiben und langfristig denken. Beim Covid-Crash hat er noch Panik geschoben und fast alles verkauft – beim Trump-Crash war er dagegen euphorisch, weil er günstig nachkaufen konnte. Der Unterschied: gelernte emotionale Kontrolle.

Dazu kommt eine harte Lektion aus einem Krypto-Fehlkauf (Atari-Token, fast Totalverlust): Investiere nur in Dinge, die du wirklich verstehst – egal wie stark etwas gerade gehypt wird.

Von 20.000 € Schulden zur Freiheit

Lennards Schulden setzten sich aus rund 15.000 € Konsumschulden (ausgereizte Kreditkarten, „Buy now, pay later“) und etwa 5.000 € Studiengebühren zusammen. Sein Weg raus: erst alles verkaufen, was er nicht brauchte (rund 4.000–5.000 €), dann mit dem ersten Job und nebenberuflichen Webseiten den Rest tilgen – in gut einem Jahr war er schuldenfrei. Parallel startete er trotz Schulden schon einen kleinen ETF-Sparplan.

Die zwei Kern-Learnings, ganz im Sinne von „Rich Dad Poor Dad“: der Unterschied zwischen guten Schulden (z. B. fremdfinanzierte Immobilien) und schlechten Schulden (Konsum) – und dass Geld für einen arbeiten sollte, nicht gegen einen.

Lennards Warum: Zeit und Freiheit

Zum Schluss die wichtigste Frage – warum überhaupt finanzielle Freiheit? Für Lennard geht es nicht darum, am Strand in der Hängematte zu liegen. Er liebt seine Arbeit und will immer an Projekten arbeiten. Es geht ihm um Freiheit und Zeit: coole Dinge früh im Leben erleben, sich Auszeiten nehmen können, nur noch Projekte machen, die Spaß bringen – und irgendwann mehr zurückgeben, etwa Zeit spenden und Finanzbildung vermitteln.

In der nächsten Folge wird der Spieß umgedreht: Dann nimmt Lennard den Flo in die Mangel.

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Summe lohnen sich P2P-Kredite?

Lennards persönliche Meinung (keine Anlageberatung): P2P ergibt erst Sinn, wenn die ersten rund 4.000–5.000 € breit gestreut in Aktien oder ETFs liegen. Dann kann man mit 50–100 € testen, ob P2P zu einem passt. Bei einem kleinen Depot von wenigen hundert Euro lohnt sich der Aufwand dagegen kaum.

Worauf sollte man beim ersten Immobilienkauf achten?

Nicht auf den perfekten „Off-Market-Deal“ versteifen, sondern über etablierte Makler und Banken starten – die haften für ihre Angaben. Wichtig sind: viele Wohnungen besichtigen, um ein Gespür zu bekommen, auf einen (perspektivisch) positiven Cashflow achten und jemanden mit handwerklicher oder Immobilien-Erfahrung mitnehmen.

Worauf achtet Lennard bei Dividendenaktien?

Vor allem auf die Ausschüttungsquote (idealerweise ca. 30–70 % vom Free Cashflow) und eine lange, verlässliche Dividendenhistorie (10+ Jahre, idealerweise Dividendenkönige mit über 50 Jahren Steigerung) sowie das Dividendenwachstum. Die Dividendenrendite allein ist für ihn wenig aussagekräftig.

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