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Folge 7: Buy and Hold – Nachkaufen, Positionsgröße & Aktien für die Ewigkeit

Podcast-Folge06. September 2026

Unsere erste Hörerfragen-Folge: Ein Zuhörer wollte wissen, wie man Nachkaufzonen bestimmt. Daraus wird ein Rundumschlag über das Nachkaufen im Minus vs. Plus, die teure „zu früh verkauft“-Lektion (Caterpillar), Trailing-Stop-Loss, die 5-%-Regel, Sparpläne & den „inneren Monk“, unsere Buy-and-Hold-Aktien für die Ewigkeit (Waste Management, McDonald’s & Co.), die Nokia-Lektion, Rebalancing – und warum man Diversifikation nicht übertreiben sollte.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Folge 7 ist unsere erste Hörerfragen-Folge: Ein Zuhörer (ebenfalls ein Flo) wollte wissen, wie man Nachkaufzonen bestimmt – also wann man eine Position weiter ausbaut. Daraus wird ein Rundumschlag zu Nachkaufen, Verkaufen und Buy-and-Hold.
  • Beiden fällt es psychologisch leichter, im Minus nachzukaufen als im Plus – obwohl der bisherige Kursverlauf nichts über die Zukunft aussagt. Entscheidend sind zuerst die Fundamentaldaten (KGV, KUV, Wachstum), Chartanalyse nur zur Feinabstimmung.
  • Die teuerste Lektion: zu früh Gewinne mitnehmen. Lennard verkaufte Caterpillar mit rund 60 % Gewinn – die Aktie lief weiter. Merke: „Ein Gewinn ist erst ein Gewinn, wenn er realisiert ist“ – und Gewinner ruhig länger laufen lassen.
  • Werkzeuge gegen die eigene Psychologie: Teilverkäufe (nur 20–30 % rausnehmen), der Trailing-Stop-Loss und vor allem Sparpläne. Lennard kann Sparpläne wegen seines „inneren Monk“ (nur ganze Aktien, keine Bruchstücke) selbst nicht nutzen.
  • Ihre Buy-and-Hold-Aktien „für die Ewigkeit“: u. a. Waste Management, McDonald’s, Amazon, Alphabet, Coca-Cola und Visa/Mastercard – aber auch Blue Chips verändern sich (Nokia-Lektion), man muss dranbleiben.
  • Beim Depotaufbau: in Tranchen kaufen, eine sinnvolle Mindestgröße pro Position (Lennard: ab ~500 € pro Tranche), Einmalanlage schlägt statistisch meist den Sparplan – und Diversifikation nicht übertreiben (der Nutzen flacht ab ~25–30 Titeln ab).
Inhaltsverzeichnis
  1. Die Hörerfrage: Wann kauft man Aktien nach?
  2. Nachkaufen im Minus oder im Plus? Die Psychologie dahinter
  3. Die Caterpillar-Lektion: zu früh Gewinne mitgenommen
  4. Teilverkäufe, Trailing-Stop-Loss & der Wiedereinstieg
  5. Microsoft, die 5-%-Regel & Sparpläne gegen die Psychologie
  6. Aktien für die Ewigkeit: unsere Buy-and-Hold-Liste
  7. Blue Chips verändern sich: die Nokia-Lektion
  8. Gewichtung, Rebalancing & Diversifikation nicht übertreiben
  9. Fazit
  10. Häufige Fragen

Folge 7 ist unsere erste Hörerfragen-Folge: Ein Zuhörer – ebenfalls ein Flo – hat uns gefragt, wie man eigentlich Nachkaufzonen bestimmt, also wann man eine bestehende Position weiter ausbaut. Man findet einen guten Einstieg, aber wie geht es dann weiter? Aus dieser einen Frage ist ein ganzes Gespräch über Nachkaufen, Verkaufen, Positionsgrößen und echte Buy-and-Hold-Aktien geworden. Hier bekommst du die Folge kompakt zum Nachlesen.

Kurz vorweg, wie im Podcast: Das ist keine Anlageberatung, sondern persönliche Meinung und Erfahrung. Investitionen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden – informier dich immer selbst.

Die Hörerfrage: Wann kauft man Aktien nach?

Der Zuhörer beschreibt sich selbst: 38 Jahre alt, Lehrer, Hausbesitzer mit kleinem Nebenbusiness, über das Aktienportfolio seines Opas zum Investieren gekommen und mit einer eher konservativen Core-Satellite-Strategie unterwegs. Seine Frage: Einen guten Einstieg findet man ja meistens – aber wie bestimmt man die Nachkaufzonen, um eine Position sinnvoll weiter auszubauen?

Genau das nehmen wir zum Anlass, einmal grundsätzlich über das Nachkaufen (und Verkaufen) zu sprechen – von der Psychologie über konkrete Werkzeuge bis zu unseren langfristigen Lieblingsaktien.

Nachkaufen im Minus oder im Plus? Die Psychologie dahinter

Ein ehrliches Geständnis von beiden gleich zu Beginn: Es fällt uns leichter, eine Aktie im Minus nachzukaufen als im Plus – weil sie sich dann „günstiger“ anfühlt. Rational ist das eigentlich absurd, denn der bisherige Kursverlauf sagt nichts über die Zukunft aus.

Deshalb ist der wichtigere Anker die Bewertung. Lennard schaut vor allem auf Fundamentaldaten wie das Kurs-Gewinn- und das Kurs-Umsatz-Verhältnis, Gewinn- und Umsatzwachstum sowie die Ausschüttung. Entscheidend ist: Selbst wenn eine Aktie schon 50 % im Plus steht, aber durch gestiegene Umsätze und Gewinne wieder unter ihren fairen Wert „hineingewachsen“ ist, kauft er nach. Umgekehrt wird eine stark gefallene Aktie deutlich unter fairem Wert interessant.

Die Chartanalyse nutzen beide nur ergänzend – als letzte Bestätigung und wegen der Massenpsychologie (Unterstützungs- und Widerstandszonen). Flos Reihenfolge bringt es auf den Punkt: erst das Unternehmen und die Bewertung prüfen, und wenn das attraktiv ist, mit der Technik schauen, ob die Aktie sich schon stabilisiert hat oder noch ein „fallendes Messer“ ist.

Die Caterpillar-Lektion: zu früh Gewinne mitgenommen

Der teuerste wiederkehrende Fehler? Zu früh verkaufen. Lennard hatte in der Korrektur nach den Trump-Zöllen im April 2025 viele Aktien gekauft, darunter Caterpillar. Bei rund 60 % Gewinn nahm er die Position mit – in der Hoffnung, günstiger wieder einzusteigen. Passiert ist das Gegenteil: Die Aktie lief immer weiter, fast 100 % wären drin gewesen. Ähnlich lief es mit Walmart (rund 45 % und weitergelaufen).

Zwei Lehren zieht er daraus:

  • „Ein Gewinn ist erst ein Gewinn, wenn er realisiert ist.“ Ein Buchgewinn im Depot kann auch wieder verschwinden.
  • Trotzdem: Gewinner ruhig länger laufen lassen, gerade bei überzeugenden Unternehmen.

Flo kennt das von der anderen Seite: Bei Novo Nordisk hat er mehrfach im Minus nachgekauft. Und wie Warren Buffett sagt – wer von einem Unternehmen überzeugt ist, muss auch damit leben können, dass die Aktie zwischenzeitlich 40–50 % einbricht.

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Teilverkäufe, Trailing-Stop-Loss & der Wiedereinstieg

Wenn eine Aktie heiß gelaufen ist, muss es nicht „alles oder nichts“ sein. Zwei Werkzeuge:

  • Teilverkäufe: einfach nur 20–30 % der Position mitnehmen und den Rest laufen lassen.
  • Trailing-Stop-Loss: eine Verkaufsschwelle, die z. B. 2–3 % unter dem Kurs „mitzieht“. Steigt die Aktie, wandert die Marke mit nach oben; fällt sie darunter, wird verkauft. So bleibt man bei einem Weiterlauf dabei, sichert aber ab. Gibt es u. a. bei Scalable Capital und Smartbroker – ein Tool, das viele gar nicht kennen.

Und der Wiedereinstieg nach einem guten Lauf? Der ist ehrlicherweise schwer. Lennard meidet krass überbewertete Titel (eine hohe Bewertung kann sich wieder relativieren, siehe Ferrari). Flo hat eher das gegenteilige Problem – zu zögerlich: Bei ASML (damals günstig bewertet) und TSMC wartete er auf noch bessere Kurse, die nie kamen, und verpasste starke Anstiege. Auch Zurückhaltung kann teuer sein.

Microsoft, die 5-%-Regel & Sparpläne gegen die Psychologie

Microsoft ist bei beiden die größte Einzelposition und jeweils rund 30 % im Plus – ein gutes Beispiel für die Frage der Positionsgröße. Flos Faustregel: eine Einzelaktie soll maximal rund 5 % ausmachen. Microsoft steht aber schon bei 7–8 %. Sein Umgang damit: halten (die Aktie ist nicht überhitzt, und er will sie ewig behalten) und neues Geld eher in andere Teile des Depots stecken, damit sich die Gewichtung mit der Zeit ausgleicht.

Das perfekte Werkzeug gegen die ganze Einstiegs-Psychologie sind Sparpläne: Für Unternehmen, die man ohnehin über 5–10 Jahre halten will (Microsoft, Alphabet …), nimmt der monatliche Sparplan das Timing komplett aus der Gleichung – und bei einem schönen Kursrutsch kauft man zusätzlich gezielt nach.

Kurioses Geständnis von Lennard: Er kann Sparpläne selbst nicht nutzen – sein „innerer Monk“ lässt keine Bruchstücke zu. Er hält nur ganze (am liebsten gerade) Stückzahlen; dass in seinem Depot bei einer über 1.500 € teuren Aktie „7 Stück“ statt einer runden Zahl stehen, triggert ihn schon genug. Ein sehr mächtiges Tool – nur eben nichts für Perfektionisten.

Aktien für die Ewigkeit: unsere Buy-and-Hold-Liste

Der Herzstück-Teil der Folge: Welche Aktien würden wir wirklich „für die Ewigkeit“ halten? Flos Liste (keine Anlageberatung, nur Beispiele):

  • Waste Management – Lennards Lieblingsargument: „Müll gibt’s immer.“
  • Amazon – gerade wegen der Margen und dem explodierenden AWS für ihn noch immer eher günstig.
  • Alphabet – extrem breit aufgestellt, dazu Zukunftsthemen wie autonomes Fahren (Waymo).
  • McDonald’s, Procter & Gamble, Coca-Cola – defensive, langweilige Dauerläufer.
  • LVMH, Visa/Mastercard, Berkshire Hathaway – Qualität aus Luxus, Payment und Beteiligungen.

Lennard hebt besonders Waste Management (schön korrigiert, gutes Nachkauf-Niveau) und McDonald’s hervor (eine seiner größten Positionen, aktuell ~10 % im Minus). McDonald’s sei für ihn eine echte Ewigkeits-Aktie: riesiger Burggraben, weltweit bekannt, jeder weiß, was er bekommt – und im Kern eigentlich ein Immobilienkonzern.

Blue Chips verändern sich: die Nokia-Lektion

So sehr wir Buy-and-Hold mögen – ein wichtiger Realitätscheck gehört dazu: Auch Blue Chips können abstürzen. Das Paradebeispiel ist Nokia, einst unantastbar und dann von Apple und dem Smartphone komplett disruptiert. Ein Blick auf die fünf größten Unternehmen vor 10, 20, 30 Jahren zeigt, wie stark sich die Spitze verändert. Auch eine Apple muss in 15–20 Jahren nicht mehr denselben Status haben.

Die Gegenthese am Beispiel McDonald’s: Der Konzern erfindet sich immer wieder neu – vom grünen Logo über das McCafé (als der Kaffeetrend kam) bis zu Zero-Produkten, veganen Optionen und stylischeren, coworking-tauglichen Filialen. Lennards augenzwinkernde Idee: Mit eigenständigen kleinen McCafés könnte McDonald’s theoretisch sogar Starbucks Konkurrenz machen. Die Lektion bleibt: Selbst bei Qualitätsaktien muss man dranbleiben und beobachten.

Gewichtung, Rebalancing & Diversifikation nicht übertreiben

Zum Schluss der Blick aufs Gesamtdepot. Flo baut gerade von 100 % Aktien auf eine Core-Satellite-Strategie um; sein Tech-Anteil liegt aktuell erst bei rund 15 % (auch wegen einer hohen Cashquote), 25–30 % Tech sieht er als Obergrenze. Der breit gestreute Core (FTSE All-World mit über 4.000 Aktien) liefert die Stabilität – und bringt selbst schon rund 20–25 % Tech mit. Beim Rebalancing gilt: einzelne Satelliten dürfen auch mal 10 % erreichen, aber spätestens bei 20–25 % wird umgeschichtet. Am elegantesten ist es, durch steigendes Einkommen und wachsendes Depot die Gewichtungen „von selbst“ kleiner werden zu lassen.

Ein paar handfeste Regeln für den Depotaufbau:

  • In Tranchen kaufen statt alles auf einmal – so nimmt man bei fallenden Kursen den günstigeren Nachkauf mit. Lennard steigt meist mit rund 2.000–2.500 € ein und peilt bei Einzelaktien mittelfristig ~10.000 € an.
  • Mindestgröße beachten: Unter ~500 € pro Tranche lohnt sich für Lennard nichts mehr – eine winzige Position (0,1 % des Depots) hat selbst bei einer Verzehnfachung kaum Wirkung.
  • Einmalanlage vs. Sparplan: Rein mathematisch schlägt die Einmalanlage in rund 60–65 % der Fälle den Sparplan (Market-Timing funktioniert nun mal nicht). Der Sparplan gewinnt psychologisch – viele fahren deshalb beides parallel.
  • Diversifikation nicht übertreiben: Der Nutzen flacht ab etwa 25–30 Titeln stark ab. 100 Einzelwerte ins Depot zu legen, bringt kaum noch Streuung – und man muss jeden davon ja auch im Blick behalten.

Fazit

Aus einer einzigen Hörerfrage ist ein richtig dichtes Gespräch geworden. Der Kern: Einzelaktien sind eine spannende Anlageklasse – aber nichts für absolute Anfänger (die starten besser mit ETFs) und definitiv nichts, was man einfach unbeobachtet laufen lässt. Bewertung zuerst, Gewinner laufen lassen, in Tranchen kaufen, Positionsgrößen im Blick behalten und Diversifikation mit Maß.

Und der Ausblick? Unsere erste Gäste-Folge mit Nico investiert war da schon draußen – und kurz darauf folgte das große Interview mit Parqet-Gründer Sumit Kumar. Danke fürs Zuhören – und schick uns deine Fragen gerne per DM bei Instagram, wir machen daraus gerne wieder eine Folge!

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte man eine Aktie nachkaufen?

Eine Pauschalregel gibt es nicht. Lennard und Flo schauen zuerst auf die Fundamentaldaten (Bewertung, Wachstum, KGV/KUV): Ist eine Aktie fair oder günstig bewertet, kaufen sie nach – unabhängig davon, ob der Kurs zuletzt gestiegen oder gefallen ist. Die Chartanalyse dient nur der Feinabstimmung des Einstiegs. Psychologisch fällt beiden das Nachkaufen im Minus leichter. Keine Anlageberatung.

Was ist ein Trailing-Stop-Loss?

Eine Order, die automatisch einige Prozent unter dem aktuellen Kurs „mitzieht“: Steigt die Aktie, wandert die Verkaufsschwelle mit nach oben; fällt der Kurs unter die Marke, wird verkauft. So lassen sich Gewinne laufen lassen und trotzdem absichern. Verfügbar ist so etwas u. a. bei Scalable Capital und Smartbroker.

Welche Aktien nennen Lennard und Flo als Buy-and-Hold für die Ewigkeit?

Genannt werden unter anderem Waste Management, McDonald’s, Amazon, Alphabet, Procter & Gamble, LVMH, Visa/Mastercard, Coca-Cola und Berkshire Hathaway. Wichtig: Auch vermeintliche „Ewigkeits-Aktien“ können disruptiert werden (Beispiel Nokia) – regelmäßiges Prüfen bleibt Pflicht. Keine Anlageberatung.

Sparplan oder Einmalanlage – was ist besser?

Rein statistisch liegt die Einmalanlage in rund 60–65 % der Fälle vorn, weil das Geld früher investiert ist und Market-Timing selten funktioniert. Der Sparplan punktet vor allem psychologisch (kein Timing-Stress, Cost-Average-Effekt). Viele kombinieren beides: monatlicher Sparplan plus gezielte Nachkäufe bei Kursrücksetzern.

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