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Folge 5: P2P-Kredite – bis zu 18 % Rendite, aber wie hoch ist das Risiko?

P2P-Kredite23. August 2026

P2P-Kredite als Beimischung zum Depot: was P2P eigentlich ist, wie Renditen von 10 % und mehr entstehen, welche Risiken wirklich zählen (Ausfall, Plattform, Inflation, Währung, Liquidität), der aktuelle Fall Ventus Energy, regulierte vs. unregulierte Plattformen, das Thema Steuern – und wie Lennard (über 100.000 €) und Flo (nur Mintos) selbst investieren.

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Das Wichtigste in Kürze

  • P2P-Kredite bedeuten: Du verleihst dein Geld über eine Plattform an Privatpersonen. Renditen liegen realistisch bei rund 9–13 %, einzelne Kreditpakete bei bis zu 18–19 % – und komplett losgelöst von der Börse.
  • Immer nur Beimischung, nie Hauptbestandteil: Lennard hält aktuell über 20 % (bewusst zu hoch, Ziel ~10 %), Flo rund 5 %.
  • Breit streuen auf drei Ebenen: über tausende einzelne Kredite, über mehrere Plattformen und über verschiedene Länder bzw. Währungen.
  • Die Risiken sind andere als an der Börse: Kreditausfall, Plattform-, Inflations- und Währungsrisiko sowie geringere Liquidität – der Fall Ventus Energy zeigt das gerade ganz real.
  • Auf Regulierung achten: EU-regulierte Plattformen (z. B. Mintos) bieten getrennte Konten und eine Anlegerentschädigung bis 20.000 € – die gilt aber nur für die Verwahrung, nicht für Investmentverluste.
  • Steuern selbst angeben: Fast alle Plattformen sitzen im Ausland, die Kapitalertragsteuer wird nicht automatisch abgeführt – du musst die Erträge in deiner Steuererklärung selbst eintragen.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was sind P2P-Kredite – einfach erklärt
  2. Wie entstehen Renditen von 10 % und mehr?
  3. Chancen und Risiken im Überblick
  4. Kreditausfälle in der Praxis: der Fall Ventus Energy
  5. Sicherheitsnetze: Rückkaufpflicht, Sekundärmarkt & Streuung
  6. Regulierte vs. unregulierte Plattformen
  7. Steuern bei P2P: Erträge selbst angeben
  8. So investieren wir: Lennard vs. Flo
  9. Fazit: nie alles auf eine Karte
  10. Häufige Fragen

In Folge 5 nehmen wir uns einen Baustein vor, über den viele Anleger schon mal gestolpert sind, ohne ihn wirklich zu kennen: P2P-Kredite. Sie sind eine beliebte Möglichkeit, neben Aktien weiter zu diversifizieren – mit hohen Zinsen und losgelöst vom Auf und Ab der Börse. Aber genau da lauern auch ganz eigene Risiken. Hier bekommst du die Folge kompakt zum Nachlesen.

Kurz vorweg, wie im Podcast: Das ist keine Anlageberatung, sondern unsere persönliche Meinung. Investitionen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden – informier dich immer selbst und kauf nichts blind nach.

Was sind P2P-Kredite – einfach erklärt

P2P steht für Peer-to-Peer: Du verleihst dein Geld an eine Privatperson. Im einfachsten Fall gibst du z. B. 10 € an eine Plattform wie Mintos, und Mintos reicht dieses Geld als Kredit weiter – oft Konsumkredite, Autokredite und Ähnliches. Weil dahinter meist teure, unbesicherte Kredite stehen, ist deine Rendite vergleichsweise hoch: Die Plattform bzw. der Kreditgeber verlangt vielleicht 15 %, bei dir kommen davon rund 8–9 % an.

Früher war das tatsächlich „Wilder Westen": Privatgeld wurde direkt an andere Privatpersonen verliehen, ganz ohne Bank dazwischen – daher der Name. Heute hat sich das Umfeld stark gewandelt und ist deutlich regulierter. Mintos ist zum Beispiel in der EU reguliert und hält inzwischen eine MiFID-II-Lizenz sowie eine MiCA-Lizenz für Krypto. Zwischen dir und dem Kredit sitzt heute ein Loan Originator, und die Kredite sind als wertpapierbasierte Schuldverschreibungen verpackt. Der Kern bleibt aber gleich – nur der Weg des Geldes ist komplizierter geworden.

Wie entstehen Renditen von 10 % und mehr?

Eine der häufigsten Fragen: Wie kann man mit Krediten 10, 11, 12 % machen, wenn wir doch ein Zinsumfeld von 4–5 % haben? Die Antwort: Diese 4–5 % gelten für besicherte Darlehen (etwa eine Baufinanzierung). P2P finanziert dagegen überwiegend unbesicherte Kredite – vergleichbar mit einer Kreditkarte oder einem Dispo, wo in Deutschland schnell über 20 % Zinsen fällig werden.

Oft sind es zudem sehr kurzlaufende Kredite, etwa sogenannte Payment Loans, bei denen man sein Gehalt ein paar Tage früher bekommt. Auf die Woche gerechnet sind 20 % Jahreszins in absoluten Zahlen wenig Geld – im großen Stil über tausende Anleger ergeben sich daraus aber jährliche Renditen von 17, 18, 19 %. Einzelne Plattformen und sogar Mintos-Kreditpakete gehen bis 18–19 %. Realistisch über ein gemischtes Portfolio mit auch sichereren, längeren Krediten sind eher 11–13 % – Lennards langfristiger Schnitt bei Mintos liegt bei rund 10 %.

Chancen und Risiken im Überblick

Die Chancen liegen auf der Hand: hohe Renditen, ein regelmäßiges passives Einkommen für Cashflow-Investoren – und vor allem, dass das Ganze losgelöst von der Börse läuft. Kein irrationales Zucken, weil Trump wieder etwas gesagt hat; du bekommst schlicht deinen vorher festgelegten Zins.

Dafür gibt es andere Risiken als am Aktienmarkt, auf die man unbedingt achten sollte:

  • Inflationsrisiko – für Lennard das langfristig größte Risiko. Geld hat keinen realen Wert, es ist nicht durch Gold gedeckt. Von 11–12 % Rendite sind durch 2–3 % Inflation schon ein Teil weg; in Jahren mit 6–7 % Inflation entsprechend mehr. Eine Coca-Cola-Aktie hat dagegen echte Werte dahinter – Fabriken, Flaschen, LKWs, Mitarbeiter. Deshalb: niemals 100 % in P2P.
  • Kreditausfallrisiko – nicht alles auf ein Pferd setzen. Wer auf Mintos in 8.000–9.000 Kredite investiert ist, merkt einen einzelnen Ausfall gar nicht. Dass immer mal ein paar Prozent Probleme machen, gehört dazu.
  • Plattformrisiko – geht eine regulierte Plattform pleite, sind die Kredite Wertpapiere bzw. Sondervermögen und werden über einen Insolvenzverwalter abgewickelt. Bei unregulierten Plattformen ist das deutlich kritischer.
  • Währungsrisiko – oft wird in verschiedenen Währungen verliehen (dazu unten mehr).

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Kreditausfälle in der Praxis: der Fall Ventus Energy

Das aktuell wohl heißeste Beispiel im P2P-Sektor ist Ventus Energy – eine Plattform, die sich finanziert hat, um Infrastrukturprojekte im Energiebereich zu stemmen (Kraftwerke, Solarparks). Lennard war dafür sogar vor Ort in Riga.

Das Problem: Die Plattform war nicht in der EU reguliert, hatte aber sehr viele deutsche Anleger – ohne das nötige „Deutschland-Passporting", also die Erlaubnis, deutsche Anleger überhaupt zu gewinnen. Als die BaFin einen Riegel vorschob und die Rückzahlung an alle deutschen Anleger verlangte, brach das der Firma das Genick: 55 % der Anleger waren deutsch, das Geld steckte in Kraftwerken, und die ließen sich nicht schnell genug verkaufen. Ergebnis: Insolvenz.

Lennard war dort mit rund 5.000–6.000 € investiert. Verloren ist das Geld noch nicht – es läuft ein Restrukturierungsverfahren, die Kraftwerke werfen weiter Ertrag ab und werden nach und nach verkauft. Selbst im schlimmsten Fall wären es aber „nur" rund 6 % seines P2P-Portfolios und etwa 1 % des Gesamtvermögens. Genau das ist der Punkt: Weil breit gestreut war, ist der Fall verkraftbar. Und auch bei einer großen Plattform wie Mintos gerät immer mal wieder ein Kreditgeber in Schieflage – bei hunderten Loan Originators auf einem Marktplatz gehört das einfach dazu.

Sicherheitsnetze: Rückkaufpflicht, Sekundärmarkt & Streuung

Zum Glück gibt es einige Schutzmechanismen, die die Risiken abmildern sollen:

  • Rückkaufverpflichtung: Bei vielen Plattformen muss der Loan Originator ein Kreditpaket zurückkaufen, wenn eine Rate mehr als 60 Tage überfällig ist – du bekommst dann dein Geld plus Verzugszinsen. Das greift aber nur, solange der Loan Originator selbst liquide ist.
  • Sekundärmarkt gegen Illiquidität: Normalerweise ist dein Geld an die Kreditlaufzeit gebunden – du kannst nicht wie eine Aktie täglich verkaufen. P2P ist also illiquider. Viele Plattformen haben deshalb einen Sekundärmarkt, auf dem man bestehende Kreditpakete mit anderen Anlegern handeln kann, meist mit einem Ab-, manchmal auch mit einem Aufschlag – ähnlich wie am Anleihemarkt.
  • Streuung über Währungen: Bei Mintos hast du vielleicht Kredite aus Polen, Lettland oder anderen Ländern. Das kann eine Chance sein (Extra-Rendite, wenn die Fremdwährung gut läuft) oder ein Risiko (Verlust, wenn sie schwächelt). Teilweise sind Kredite in Euro abgesichert, teilweise nicht.

Die Kernaussage bleibt: Nirgendwo bekommst du 16–17 % Rendite ohne Risiko. Wo die hohe Rendite ist, ist auch das Risiko.

Regulierte vs. unregulierte Plattformen

Bevor du irgendwo investierst, lohnt der Blick auf die Regulierung – ähnlich wie es robuste und „shady" Aktien gibt (Stichwort Wirecard).

Gerade in Lettland sitzen viele durchregulierte Plattformen: neben Mintos etwa Debitum, Nectaro oder Twino. Sie stehen unter Aufsicht der lettischen Zentralbank, haben das Passporting für Deutschland, führen separierte Konten – und bieten ein Anlegerentschädigungssystem bis 20.000 €. Wichtig: Das schützt nur davor, dass auf dem Verrechnungskonto liegendes Geld z. B. durch Insolvenz oder Veruntreuung verloren geht – nicht vor Verlusten aus den Investitionen selbst.

Bei unregulierten Plattformen muss man genauer hinschauen. Manche sind trotzdem seriös, weil sie in Ländern sitzen, in denen die Regeln anders sind (z. B. Kroatien, wo man die MiFID-II-Lizenz nicht zwingend braucht). Andere sitzen in der Schweiz und werben mit „Selbstregulierung" – die ersetzt aber keine echte Aufsicht durch eine Zentralbank; Namen wie Maclear oder Seven Harvest haben da einen faden Beigeschmack.

Lennard arbeitet deshalb mit festen Limits: maximal 10.000 € pro regulierter und 5.000 € pro unregulierter Plattform. Als Einsteiger fährt man ohnehin besser mit wenigen, klar regulierten Plattformen, statt wie er alle möglichen auszuprobieren.

Steuern bei P2P: Erträge selbst angeben

Ein oft übersehener Nachteil: Fast keine P2P-Plattform sitzt in Deutschland – die meisten im Baltikum (Lettland, Estland, Litauen), einige in der Schweiz. Auch Bondora ist estnisch, nicht deutsch. Wie bei einem ausländischen Broker wird deshalb keine Kapitalertragsteuer automatisch abgeführt. Du musst deine Zinserträge selbstständig in der Steuererklärung angeben.

Das ist zugleich ein kleiner Vorteil, weil dein Geld bis zur Steuer länger für dich arbeitet, statt dass sofort 25 % abgezogen werden. Der Aufwand lohnt sich aber nicht für jeden: Wer ohnehin keine Steuererklärung machen muss und nur 1.000–2.000 € investiert, für den ist es das Ganze womöglich nicht wert. Wer sowieso eine Erklärung abgibt, trägt die Summe einfach in ein Feld mehr ein.

Und noch ein Gedanke, der sich sogar auf Aktien übertragen lässt: Es bringt wenig, 100 € über fünf Plattformen zu zersplittern – die Rendite auf so kleine Beträge frisst der Aufwand (und bei Einzelaktien die Ordergebühr, z. B. 1 € bei Trade Republic = 1 % auf 100 €) wieder auf. Sinnvoller sind größere Bausteine oder kostenlose Sparpläne.

So investieren wir: Lennard vs. Flo

Wie so oft prallen bei uns zwei Ansätze aufeinander:

  • Lennard ist auf über 20 Plattformen unterwegs und hat diesen Monat die 100.000-€-Marke in P2P geknackt – aktuell über 20 % seines Vermögens, was er selbst als zu hoch empfindet. Mittelfristig will er auf rund 10 % runter, nicht durch Verkaufen, sondern indem er andere Anlagen stärker bespart. Als Cashflow-Investor zieht er sich einmal im Monat die Daten aller Plattformen als CSV in einen Portfolio-Tracker – rund 1–2 Stunden pro Woche. Nächstes Jahr erwartet er allein aus P2P etwa 10.000–12.000 € Zinsen, also grob 1.000 € im Monat, die er weiter reinvestiert (teils in P2P, teils in Aktien).
  • Flo ist erst seit 3–4 Monaten dabei und bewusst nur auf Mintos – wegen der Reputation und weil er es nicht verkomplizieren will. Rund 9 % Rendite im Schnitt, per Auto-Invest, als kleiner Baustein von langfristig etwa 5 %. Er ist kein Cashflow-Investor, sondern testet die Anlageklasse erst mal über einige Jahre. Sobald die absolute Summe wächst, würde er eine zweite oder dritte Plattform aufnehmen.

Übrigens ist Mintos längst mehr als P2P: Inzwischen kann man dort auch ETFs (ohne Ordergebühr), Immobilien und einen Geldmarktfonds nutzen – eine Multi-Asset-Plattform, die gerade für Einsteiger recht zugänglich ist.

Fazit: nie alles auf eine Karte

Am Ende landen wir wieder bei unserer Lieblingsthese: nicht alle Eier in einen Korb legen. Konkret heißt das bei P2P: nie 60–70 % des Portfolios hineinstecken, breit über tausende Kredite streuen und ab einer gewissen Summe auch über mehrere Plattformen. Wer viel investiert, sollte sich ernsthaft mit dem Thema Regulierung beschäftigen.

P2P ist kein Selbstläufer und bringt eigene Risiken mit – aber als Cashflow-Baustein neben Aktien und Immobilien kann es ein sehr schönes passives Einkommen liefern. Wichtig bleibt: Wo viel Rendite ist, ist meistens auch viel Risiko. Wir geben hier nur Impulse, keine Anlageberatung.

Und freu dich auf die nächste Folge: Es wird unsere erste Community-Folge, in der wir eine eurer Nachrichten aufgreifen und gemeinsam durchgehen. Schreib uns dafür gerne bei Instagram oder in den Kommentaren.

Häufig gestellte Fragen

Was sind P2P-Kredite einfach erklärt?

Bei P2P-Krediten (Peer-to-Peer) verleihst du dein Geld über eine Plattform an Privatpersonen – zum Beispiel für Konsum- oder Autokredite. Weil es meist unbesicherte Kredite sind, sind die Zinsen und damit deine Rendite vergleichsweise hoch. Früher lief das direkt von Privatperson zu Privatperson, heute sind viele Plattformen wie Mintos EU-reguliert, mit sogenannten Loan Originators dazwischen.

Wie hoch ist die Rendite bei P2P-Krediten – und woher kommt sie?

Über ein gemischtes Portfolio sind realistisch meist rund 9–13 % pro Jahr drin, einzelne Kreditpakete bieten bis zu 18–19 %. Die hohen Zinsen entstehen, weil P2P überwiegend unbesicherte, oft kurzlaufende Kredite finanziert (ähnlich wie Kreditkarten mit über 20 % Zinsen) – und nicht die günstigen, besicherten Darlehen mit 4–5 %. Hohe Rendite bedeutet aber immer auch höheres Risiko.

Welche Risiken haben P2P-Kredite?

Die wichtigsten sind Kreditausfälle, das Plattformrisiko (vor allem bei unregulierten Anbietern), Inflations- und Währungsrisiken sowie die geringere Liquidität – dein Geld ist an die Kreditlaufzeit gebunden. Ein aktuelles Beispiel ist die Plattform Ventus Energy, die Insolvenz anmelden musste. Deshalb gilt: breit streuen und P2P nur als Beimischung halten. Keine Anlageberatung.

Muss ich P2P-Erträge in der Steuererklärung angeben?

Ja. Fast alle P2P-Plattformen sitzen im Ausland (meist im Baltikum), daher wird – anders als beim deutschen Broker – keine Kapitalertragsteuer automatisch abgeführt. Du musst die Zinserträge selbst in deiner Steuererklärung angeben. Das ist zugleich ein kleiner Vorteil, weil dein Geld bis dahin länger für dich arbeitet.

Disclaimer

⚠️ Keine Anlageberatung

Alle Inhalte dienen ausschließlich Informations- und Unterhaltungszwecken und stellen keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Aufforderung zum Abschluss eines Finanzprodukts dar. Bitte informiere dich eigenständig und triff Entscheidungen auf Basis deiner persönlichen Situation und Risikobereitschaft.

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